1. Ziel der Aus- und Weiterbildung

Ziel der Aus- und Weiterbildung in Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen im IFKV ist der Fachkundenachweis für diesen Bereich, der befähigt, Kinder- und Jugendlichen-VT bei der zuständigen KV zu beantragen. Dieses Ziel ist nur erreichbar in Verbindung mit der Absolvierung der Erwachsenenausbildung in Verhaltenstherapie am IFKV bzw. an einem anderen staatlich anerkannten Ausbildungsinstitut.

Diese spezielle Weiterbildung in einem Spezialgebiet gilt daher nicht als grundständige Verhaltenstherapieausbildung, sondern baut als Zusatzweiterbildung auf Grundkenntnissen in Verhaltenstherapie auf.

2. Zugangsvoraussetzungen

  •     Mindestens Ausbildungsstand wie etwa nach der Zwischenprüfung am IFKV;
  •     bei Kandidaten aus anderen staatlich anerkannten Ausbildungsinstituten vergleichbarer Weiterbildungsstand;
  •     oder abgeschlossene Aus- und Weiterbildung für Erwachsene;
  •     oder Kassenzulassung;
  •     oder, falls diese Voraussetzungen alle nicht zutreffen, ein vergleichbarer Weiterbildungsstand, der dann auf Antrag vom Ausbildungsausschuss des IFKV vorher überprüft wird.

3. Inhalte der Aus- und Weiterbildung

3.1 Praxisorientierte Theorie

Kenntnisse in kinder- und jugendspezifischen Störungen und deren Therapiemethoden mit Diagnose, Differentialdiagnose, Entwicklungspsychologie, spezielle Psychopathologie, spezifische Testdiagnostik, Fallarbeit. Der Gesamtumfang dieses Weiterbildungsteils beträgt 200 Unterrichtseinheiten. (Spezifische Inhalte im Umfang von 20 Unterrichtseinheiten können aus dem Erwachsenentherapie-Curriculum anerkannt werden). Der Inhalt orientiert sich am KBV-Katalog für Kinder- und Jugendlichentherapien mit praxisorientierter Theorie zu den Bereichen

  •     Anamneseerhebung bei Kindern und Jugendlichen
  •     Spezielle alterstypische Testverfahren
  •     Reifungsabhängige Funktionsstörungen, (z. B. Enuresis, Enkopresis)
  •     Teilleistungsstörungen mit Sekundärstörungen (z. B. Legasthenie, Rechenschwäche)
  •     Hyperkinetisches Syndrom mit ensprechenden Sekundärstörungen
  •     Störungen des Sozialverhaltens
  •     Störungen der Emotionalität und des Sozialkontaktes (z. B. Ängste, Zwänge, soziale Kompetenz etc.)
  •     Sprachstörungen
  •     Gruppentherapie bei Kindern und Jugendlichen
  •     Entspannungsverfahren


Freie Themen nach Bedarf und Wunsch der Teilnehmer.
Veranstaltungsort ist das IFKV Bad Dürkheim.

3.2 Supervision

Die Supervision wird durch anerkannte Supervisoren für Kinder- und Jugendlichen-VT des IFKV sowohl als Gruppen- als auch Einzelsupervision angeboten. Es sind mindestens zwei Fälle von institutseigenen Supervisoren zu supervidieren, wobei generell das Verhältnis von anerkannten Fremd- und IFKV-Supervisoren der Vorstand regelt. Fremdsupervisoren müssen ebenfalls vom Vorstand anerkannt werden.

Dazu gehört:

3.3 Durchführung eigener Therapien mit protokollierter Dokumentation

Durchgeführt werden sollen mindestens 5 Therapie unter Supervision, möglichst aus den oben genannten Bereichen mit mindestens 180 Behandlungsstunden und Supervision nach jeder 3. bis 4. Behandlungsstunde.
Für die Organisation der Therapiefälle sind die Teilnehmer selbst verantwortlich.
 

4. Klinisches Jahr

Ein zusätzliches klinisches Jahr speziell für die Kinder-/Jugendlichen-Weiterbildung entfällt.

5. Dauer und Form der Fort- und Weiterbildung

Die Dauer dieser Fort- und Weiterbildung umfasst voraussichtlich 1 1/2 Jahre. Sie findet in Blockseminaren und Supervisionsgruppen statt. Über eine eventuelle Anerkennung von Veranstaltungen, die nicht im Rahmen des IFKV absolviert wurden, entscheidet auf Antrag der Ausbildungsausschuss des IFKV.
In Verbindung mit dem Abschluss der Erwachsenentherapie-Ausbildung sind damit die Voraussetzungen, Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen eigenverantwortlich durchzuführen, erfüllt.
 

6. Zulassung zur Aus- und Weiterbildung

6.1 Antrag

Der Bewerber stellt einen schriftlichen Antrag auf Annahme in die Aus- und Weiterbildung.

6.2 Zulassungsvoraussetzungen

siehe 2.

6.3 Persönliche Eignung

Neben den Zulassungsvoraussetzungen muss der Bewerber persönlich geeignet sein. Dies kann gegebenenfalls in einem Gespräch mit dem Ausbildungsausschuss geklärt werden.

6.4 Das Zulassungsverfahren

Der Ausbildungsausschuss befindet über die Zulassung eines Bewerbers für die Aus- und Weiterbildung. Das Ergebnis wird dem Bewerber schriftlich mitgeteilt. Ihm gegenüber besteht bei Ablehnung keine Rechenschaftspflicht.

6.5 Quereinstieg

Auf Antrag kann der Ausbildungsausschuss einem Bewerber den Quereinstieg in eine laufende Ausbildungsgruppe ermöglichen wenn
a) der Bewerber nachweislich den von der betreffenden Ausbildungsgruppe erreichten Weiterbildungsstand erreicht hat
b) und ein Ausbildungsplatz frei ist.

6.6 Gasthörer

An den Veranstaltungen können auch Ärzte und Psychologen oder nach Genehmigung durch den Ausbildungsausschuss, Angehörige anderer Berufsgruppen teilnehmen. Anfallende Gebühren sind vor Teilnahme zu entrichten. Die Teilnahme wird vom Institut bestätigt.

6.7 Antragsgebühr für die Aufnahme

Für das Zulassungsverfahren ist eine Gebühr zu entrichten, die die Gebührenordnung festlegt. Sie ist Bestandteil der Aus- und Weiterbildungsordnung.

6.8 Haftpflichtversicherung

Dem Ausbildungskandidaten wird der Abschluss einer Haftpflichtversicherung für seine therapeutische Tätigkeit dringend nahegelegt. Ebenso wird ihm der Status eines heilpraktisch Tätigen in der Gesundheitsversorgung nahegelegt, wenn seine berufliche Tätigkeit nicht anderweitig berufsrechtlich geschützt ist.
 

7. Abschluss der Aus- und Weiterbildung

Der Abschluss der Aus- und Weiterbildung wird durch die Weiterbildungsordnung festgelegt.

8. Aus- und Weiterbildungsverhältnis

8.1 Aus- und Weiterbildungsvertrag

Das Institut schließt mit dem Aus- und Weiterbildungsteilnehmer einen schriftlichen Aus- und Weiterbildungsvertrag.

8.2 Verpflichtungen des Aus- und Weiterbildungsteilnehmers

Der Teilnehmer verpflichtet sich, die Aus- und Weiterbildung entsprechend der aus- und Weiterbidungsordnung zu erfüllen und seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem Institut nachzukommen.
Es besteht Schweigepflicht entsprechend § 203 StGB sowohl über patientenbezogene Informationen als auch Informationen über andere Weiterbildungsteilnehmer, soweit sie im Zusammenhang mit der Aus- und Weiterbildung gewonnen wurden.
Es ist ein Studienbuch zu führen, das dem Teilnehmer seitens des IFKV zur Verfügung gestellt wird und die Absolvierung der Aus- und Weiterbildungsinhalte dokumentiert.

8.3 Verpflichtungen des IFKV

Das Institut verpflichtet sich, die sachlichen Voraussetzungen, Bedingungen und Einrichtungen sowie die personellen Voraussetzungen für eine ordnungsgemäße Weiterbildung zu schaffen. Das Aus- und Weiterbildungsangebot muss den Zielen der Weiterbildung, wie sie von den Psychotherapievereinbarungen für den Fachkundenachweis und die Abrechnungsgenehmigung erforderlich sind, entsprechen.

8.4 Beendigung des Aus- und Weiterbildungsverhältnisses

Das Aus- und Weiterbildungsverhältnis endet mit Abschluss der Aus- und Weiterbildung oder der Kündigung des Aus- und Weiterbildungsvertrages. Das Aus- und Weiterbildungsverhältnis kann durch das IFKV gekündigt werden, wenn der Teilnehmer

  •     seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber dem IFKV nicht nachkommt,
  •     gegen die Satzungen des IFKV verstößt,
  •     seinen Verpflichtungen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung, z. B. dem regelmäßigen Besuch der Veranstaltungen nicht nachkommt,
  •     sich den Interessen und dem Ansehen des Institutes schädigend verhält.


Gegen eine ausgesprochene Kündigung kann der Teilnehmer Einspruch beim Vorstand des IFKV erheben. Kündigungsbedingungen seitens der Teilnehmer sind im Vertrag geregelt.

9. Bestätigung

Über die erfolgreich absolvierte Zusatzweiterbildung stellt das IFKV, staatlich anerkanntes Ausbildungsinstitut, eine Bestätigung aus (Fachkundenachweis für VT bei Kindern und Jugendlichen).

10. Inkrafttreten

Die Aus- und Weiterbildungsordnung tritt mit Beginn der Ausbildung in Kraft.