Selbsterfahrung

Die Selbsterfahrung bildet traditionell einen Teil der psychotherapeutischen Weiterbildung in allen wichtigen Therapieverfahren. Da die Gestaltung der therapeutischen Beziehung jenseits der Anwendung von Therapietechniken die wesentliche Wirkvariable für eine erfolgreiche Behandlung darstellt, soll die Selbsterfahrung Gelegenheit geben, die eigenen Beziehungsanteile, die zum Teil unbewusst in das therapeutische Handeln eingehen, zu erkennen, zu reflektieren und ungünstige Akzente ggf. auch zu verändern. Der Fokus in der Selbsterfahrung liegt auf der Person des Therapeuten, damit auch auf seiner eigenen Lern- und Rollengeschichte. Die Methoden ähneln denjenigen, die in der Therapie angewandt werden und erlauben das Lernen therapeutischer Strategien und Haltungen am Modell des Selbsterfahrungsleiters, auf der anderen Seite auch die Erfahrung des Ratsuchenden, wenn auch ein therapeutisches Betreut-Werden nicht Inhalt der Selbsterfahrung sein kann.

Die Selbsterfahrung findet entweder im geschützten Gruppensetting unter Schweigepflicht statt oder als Einzelselbsterfahrung.