Fallarbeit (Psychiatrie und Psychotherapie)

Kontinuierliche Supervision von 240 Behandlungsstunden im Verhältnis 1:4 mit schriftlicher Falldokumentation.

Formaler Rahmen: Die Supervision wird nach den Vorgaben der Psychotherapierichtlinien durchgeführt: Mindestens jede 4. Therapiestunde wird supervidiert, ein Videoband muss mindestens in jeder vierten Supervisionssitzung, bei kurzen Fällen mindestens ein Mal, vorliegen.

Weiterbildungsteilnehmer können bei Bedarf ambulante Behandlungen in der Ambulanz bzw. in den Lehrpraxen des IFKV durchführen und werden dafür im Rahmen der dort geltenden Verträge honoriert. Voraussetzung zur Teilnahme an der Ambulanz sind ausreichende theoretische Kenntnisse, in der Regel die Hälfte der Theorieweiterbildungszeit, zusätzlich die Teilnahme am Propädeutikum sowie eine Einführung in die Ambulanztätigkeit. Einzelfälle werden mit dem Lehrpraxisinhaber oder Ambulanzleiter in Rücksprache mit dem ärztlichen Weiterbildungsleiter besprochen.

Die Supervision kann einzeln oder in Gruppen absolviert werden.

Es können Supervisoren aus dem Kreis der IFKV-Supervisoren oder andere Supervisoren in Anspruch genommen werden. Bei externen Supervisoren wird Rücksprache empfohlen, um sicherzustellen, dass die Weiterbildungsbefugnis vorliegt.

Inhaltlich soll die Supervision auf die selbstständige Durchführung von Verhaltenstherapien als Krankenbehandlung nach Maßgabe der Psychotherapierichtlinien vorbereiten. In der Ambulanz/ den Lehrpraxen nehmen die Weiterbildungsteilnehmer direkt an der ambulanten Versorgung teil, indem sie im Vertragsverfahren Therapieberichte verfassen, die im Gutachterverfahren geprüft werden. Gleichzeitig besteht eine Lehrsituation, in der der Supervisor mit verantwortlich für die durchgeführte Behandlung ist. Der Therapeut sollte idealerweise Erfahrung im Umgang mit Patienten besitzen, einen Teil der Selbsterfahrung absolviert haben und bereits in der Lage sein, verfahrensbezogenes Theorie-Wissen anzuwenden. Im Ablauf der Supervision werden störungsbezogene Techniken, prozessbezogene Strategien und therapeutenbezogene Haltungen nach den vorbereiteten Aufzeichnungen und dem Vortrag des Therapeuten, in Abständen auch anhand der vorgelegten Videobänder, reflektiert, zurückgemeldet und in einer aktiven und fürsorglich-unterstützenden Weise bearbeitet.

Durch den Therapeuten ist nach den intern geltenden Vorgaben des IFKV eine Falldokumentation zu erstellen und vom Supervisor zu unterzeichnen. Die Falldokumentation entspricht weitgehend den im Vertragsverfahren zu erstellenden Therapieberichten und sollte den hierfür geltenden Anforderungen genügen.

Auch wenn Patienten stationär behandelt werden, gelten zur Anerkennung durch das IFKV die Vorgaben zur kontinuierlichen Supervision und zur Dokumentation für die Fälle, die innerhalb der hier genannten 240 Behandlungsstunden abzuleisten sind.